Kinder als Akteur*innen der Digitalisierung (KADi) – Digitale und analoge Praktiken im Alltag in Kindertageseinrichtungen
In dem vom BMBFSFJ geförderten Forschungsprojekt „Kinder als Akteur*innen der Digitalisierung (KADi)“ wird erkundet, welche Spuren des Digitalen sich in Alltagspraktiken von Kindern wiederfinden. Weil Kindheiten heute digitalisiert sind, steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kinder „das Digitale“ in ihrem Kita-Alltag aufgreifen, thematisch werden lassen, etwa wie sich u.a. im Freispiel oder bei ästhetisch-kulturellen Praktiken Spuren des Digitalen niederschlagen. Gleichzeitig wird untersucht, welche Herausforderungen Pädagog*innen im Umgang mit digitalen Medien vor dem Hintergrund eigener biographischer Erfahrungen identifizieren. In dem Vorhaben erhalten Kinder, die wir als Akteur*innen von Bildung, Forschung und Gesellschaft adressieren, die Möglichkeit, ihre Sichtweisen zu artikulieren, indem sie zusammen mit Forschenden Einzel- oder Gruppengespräche führen. Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts sollen Aufschluss darüber geben können, ob bzw. inwiefern „das Digitale“ durch Kinder über ihre non-verbalen sowie verbalen Spiel- und Interaktionspraktiken in den Einrichtungen der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) zum Thema gemacht wird und wie Pädagog*innen damit umgehen.
In das Projekt werden Kindertageseinrichtungen im Ruhrgebiet und in der Region Hannover einbezogen, die sich durch unterschiedliche Trägerschaft und Thematisierung des Digitalen in ihren Konzeptionen auszeichnen – wir werden sowohl medienpädagogisch aufgestellte Einrichtungen sowie Kitas, die das Thema nicht explizit bearbeiten, untersuchen. Ausgehend von den teilnehmenden Beobachtungen werden die erhobenen Materialien in Teamgesprächen in den Einrichtungen vorgestellt, um eine kommunikative Validierung des Materials anzuregen sowie pädagogische Herausforderungen zu identifizieren. Mit Studierenden des Lehramts für berufliche Schulen, Fachrichtung Sozialpädagogik hier an der TU soll zudem in Seminarkontexten das Material erschlossen werden, auch, um es didaktisch zu wenden. Es wird darauf abgezielt, Materialien für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften zu entwickeln und so zur Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften im Hinblick auf frühe digitale Bildung beizutragen.
Das Forschungsprojekt ist ethnografisch angelegt und kombiniert verschiedene qualitative Zugänge. Neben teilnehmender Beobachtung werden Einzel- oder Gruppengesprächen mit Kindern geführt, um ihre Wissens- und Deutungsbeständen zu „dem Digitalen“ zu erfassen. In den ergänzenden biographisch-narrativen Interviews mit Pädagog*innen wird der Stellenwert „des Digitalen“ in der eigenen Kindheit und Jugend sichtbar. Die methodische Klammer bildet der Ansatz der dialogischen Wissenstransformation. Die Analyse erfolgt zirkulär zum Erhebungsprozess, sodass die empirischen Befunde fortlaufend kommunikativ validiert und weiterentwickelt werden. Die inhaltliche Systematisierung der Materialien erfolgt in Orientierung an Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung.
Bei Fragen zum Projekt wenden sie sich gerne an: stephanie.simon@tu-dortmund.de
Laufzeit: 01.03.2026 – 31.05.2028
Förderkennzeichen: Gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in der Förderlinie „Frühe Bildung in einer digitalen Welt“ im Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung
Projektleitung: Dr.in phil. Stephanie Simon
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Nathalie Krammer, M.A.
Studentische Mitarbeiter*in: N.N.




