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Dissertationsprojekt

Interkulturelle Öffnung der Verbandlichen Jugendarbeit als partizipatives Handeln. Zur Konstitution von Gemeinschaft in der postmigrantischen Gesellschaft

Dr. Marc Witzel 

Die Studie fragt im Kontext der interkulturellen Öffnung der verbandlichen Jugendarbeit danach, wie die Partizipation von Akteur*innen mit und ohne Migrationshintergrund in einem konfessionellen Jugendverband sich aus der Sicht der Teilnehmer*innen realisiert. Die Studie stellt diese Frage aus der doppelten Perspektive einer strukturellen und einer handlungsbezogenen Ebene. Auf struktureller Ebene werden die Zusammensetzung des Verbandes zum einen und die strukturell erscheinenden Einstellungen gegenüber Heterogenität und den Partizipationsmöglichkeiten zum anderen in den Blick genommen, um die Bedingungen des Handelns innerhalb des Verbandes zu charakterisieren. Auf der handlungsbezogenen Ebene fragt die Studie nach den subjektiven Perspektiven auf interkulturelle Heterogenität und Partizipation und nach den auf die strukturelle Situation gerichteten Sinngebungsprozesse, mithin nach dem subjektiven Umgang mit interkultureller Heterogenität.

Dabei wird das Verhältnis von struktureller und handlungsbezogener Ebene durch zwei unterschiedliche empirische Herangehensweisen aufgegriffen. Mit Blick auf die strukturelle Ebene werden die Daten aus einer Fragebogenerhebung herangezogen. Es wird in diesem Schritt zum einen die strukturelle Zusammensetzung der Nutzer*innen innerhalb des untersuchten Verbandes, zum anderen deren Positionierung gegenüber Heterogenität und Partizipation analysiert. Die Analyse der handlungsbezogenen Ebene erfolgt auf Basis von 45 Interviews mit je 15 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und 15 Teilnehmer*innen aus dem untersuchten Verband. Die Analyse der Interviews orientierte sich dabei an der wissenssoziologischen Hermeneutik und zielte auf eine Ausdifferenzierung vom Einzelfall hin zum Typ. Den Bezugspunkt stellen die in den Interviews auffindbaren, gemeinsamen „Charakteristika des Handlungstyps“ (Schröer 1997, 124) dar. Auf ihrer Grundlage wurden Typen unterschiedlicher Perspektiven auf Heterogenität und Partizipation in der verbandlichen Jugendarbeit herausgearbeitet. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden in ihrem Bezug aufeinander zusammengeführt und in Verbindung mit den drei ersten Schritten zur Beantwortung der Fragen als Erkenntnisse diskutiert.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die strukturellen Zugangsbedingungen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht von Nutzung der Angebote des Verbandes abhalten. Sie nutzen in hohem Maße in dem hier untersuchten Verband die Angebote der Jugendarbeit. Auch die Positionierung der Nutzer*innen im Verband zeigt eine positive Einstellung gegenüber Heterogenität und Partizipation.

Zugleich ist die Frage nach einem Migrationshintergrund für die Klassifizierung der Jugendlichen im Verband ein relevanter Bezugspunkt. Es zeigen sich spezifische Formen des Umgangs mit den vorgenommenen Klassifizierungen, die Gemeinschaft unter den Bedingungen von Heterogenität ermöglichen sollen.

Die Studie leistet damit einen Beitrag zur Forschung über interkulturelle Öffnung, indem sie mit der Perspektive auf Herstellung einer Gemeinschaft eine bisher wenig berücksichtigte Perspektive in die Debatte einführt. Damit tragen die Erkenntnisse zu einem breiteren Verständnis interkultureller Öffnungsprozesse für die Ermöglichung von Subjektbildungsprozessen in sozialpädagogischen Angeboten bei.

Prüfer*innen:

Abschluss der Promotion:

  • 2018

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